Ein einfacher
faschierter Braten wäre ja doch viel zu langweilig. Na gut, es wäre noch immer ein faschierter Braten und als solcher, falls richtig zubereitet, an sich eine Gaumenfreude, doch wäre es einmal interessant, was man daraus noch alles machen kann. Ein
Stefaniebraten sollte es nicht sein, warme saure Gurkerl sind nicht wirklich nach meinem Geschmack und außerdem ist es ja viel spannender selbst etwas zu experimentieren. Wie wäre es zum Beispiel, wenn man in den Braten Käse einbäckt? In vollster Überzeugung damit die Weltneuheit schlechthin zu entdecken kann man sich ja auch jede auch
noch so kurze Recherche sparen.
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Rind- und Schweinefleisch werden zu
gleichen Teilen gemeinsam faschiert.
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Für die Masse werden pro 40
dag Fleisch eine Semmel (oder in meinem Fall drei Scheiben Toastbrot) in Milch eingeweicht. Die nehmen ziemlich viel Flüssigkeit auf bevor sie gesättigt sind. Das Fleisch ist zur Hälfte vom Rind, zum Beispiel Schnitzelfleisch, es geht aber auch ein
mageres Meisel oder ähnliches, und die andere Hälfte vom Schwein, das aber nicht zu mager sein darf, also etwa ein
Schopfbraten. Ich hatte für vier Personen von jeder Fleischsorte etwa 40dag. Dazu gehörten dann noch zwei Eier, vier (kleine) Zwiebel und an Gewürzen Majoran, Petersilie, Knoblauch, Pfeffer und etwa ein Teelöffel Salz. Zum An- und Aufgießen nehme ich einfach Würfelsuppe.

Das Fleisch wird klein geschnitten[1] und gemeinsam mit eingeweichtem Weißbrot, Eiern, den angerösteten Zwiebel und den Gewürzen faschiert, erst durch die grobe, dann durch die feine Scheibe. Das nochmalige Faschieren ist zwar eine furchtbare Sauerei, aber dafür sind danach die Zutaten wirklich gut homogen verteilt. Nun stellte sich die Frage, wie ich den Käse in den Braten bekomme.
Die Lösung bestand aus einer Länge Klarsichtfolie und etwas
Semmelbrösel.
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| Einrollen des Bratens mit Käse. |
Brösel auf Folie, dann die Fleischmasse darauf gleichmäßig ausstreichen, zwei Streifen Käse an den Anfang legen und den Braten mit Hilfe der Folie um diese herum rollen. Nach der ersten und der zweiten vollen Umdrehung habe ich noch einmal je zwei Streifen Käse aufgelegt, was sich im Endeffekt als etwas zuviel erwiesen hat. Falls ich den Braten noch einmal mache würde ich überlegen den Käse vorher klein zu schneiden und mit dem Fleisch mitzufaschieren.
Ein Blick auf die Uhr hatte mich darüber belehrt, dass ich schon viel zu spät dran war. Wir hatten zwei Versuchskaninchen (alias: Freunde) eingeladen und das Essen sollte halbwegs pünktlich am Tisch stehen. Also habe ich die Temperatur im Ofen kurzerhand für die erste viertel Stunde auf 220°C erhöht und erst dann wieder auf 150°C heruntergeregelt.
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Nach etwa einer halben Stunde:
Der Braten hat Farbe angenommen und
der Käse schmilzt.
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Alle fünfzehn Minuten wird mit etwas Rindsuppe aufgegossen, insgesamt ein halber Liter. Schon nach kurzer Zeit zeigte sich, dass die dritte Käsegabe etwas zuviel war. Der Braten hätte eigentlich äußerlich intakt bleiben und nur im Inneren seine Käseladung zeigen sollen. Tatsächlich bricht die Kruste an der Schlusstelle vom Rollen auf und der Käse bricht als gelbes Magma durch. Nun, kann man auch nichts machen, tun wir einfach so, als sei das gewollt.
Nach etwa einenviertel Stunden sprach das Bratenthermometer, dass die Kerntemperatur erreicht ist. Das war viel schneller als ich, auch mit der erhöhten Gartemperatur, erwartet hätte. Umso besser, denn genau in dem Moment läutet die Türglocke und die Gäste sind da. Das Herausnehmen des Bratens aus dem Ofen erweist sich als schwierig. Die Käseschichten destabilisieren die Struktur nachdrücklich und auch unter Einsatz von vielen Händen und Hilfsmitteln lässt er sich nicht in einem Stück auf ein Brett bringen. Das ... ähh ... gehört so.
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| Der fertige, etwas zerfallene Braten. |
Fazit: Schmeckt ausgezeichnet und ist in der Zubereitung zwar nicht schwierig aber (wenn man selber faschiert) eine elende Patzerei. Wenn man das gemischte Faschierte schon fertig kauft ist es vermutlich nicht so schlimm, dafür muss man sehr sorgfältig mischen um die Masse homogen zu bekommen. Nächstes mal weniger Käse nehmen!
[1] Wenn man gewisse Fleischsorten, besonders Rindfleisch mit längeren Fasern, nicht vor dem Faschieren klein schneidet hat man mit einem gewöhnlichen Haushalts-Fleischwolf keine große Freude. Messer und Lochscheibe setzen sich zu und man bekommt nach kurzer Zeit überhaupt nichts mehr durch.
Ja, der Braten hat wirklich gut geschmeckt. Da ist man gerne Versuchskaninchen! 😊 Außen knusprig, innen saftig und der Käse hat dem ganzen die richtige Würze gegeben!
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