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„Christkindlesmarkt Nuernberg“ von Roland Berger; Wikimedia Commons | |
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Die Adventzeit ist ja jetzt schon vorbei, sogar schon die
Weihnachtsoktav. Trotzdem gibt es etwas, das ich wohl den Rest meines Lebens mit der Adventzeit verbinden werde: Nürnberger Rostbratwürste im Brötchen (ja, Brötchen nicht
Weckerln, ist ja aus Deutschland). Ich habe offengesagt keine Ahnung ob es das in Nürnberg das ganze Jahr über gibt oder nur im Winter, es ist mir auch ganz egal. Ich kenne es aus der Adventzeit, wenn man am Christkindlmarkt in Nürnberg mit mehr oder weniger erfrohrenen Fingern und - falls man Pech hat - nassen Füßen auf der Suche nach etwas zu essen durch den Markt geht und einem immer wieder der Geruch nach gebratener Wurst in die Nase steigt. Folgt man dieser Fährte stößt man meist schon nach wenigen Schritten auf eine Menschentraube, die sich um einen in Rauch und Dampf gehüllten Stand drängt und dort versucht einige der besagten Brötchen zu ergattern. Nun darf man sich nicht einbilden die Würste und Brötchen zu Hause so hinzubekommen wie dort am Markt, schon garnicht mit den gefüllten Häuten die bei uns im Supermarkt, eingeschweisst in Plastik, als "Nürnberger Rostbratwürste" verkauft werden. Auch der Senf
[1] ist ein anderer und als Brötchen müssen Aufbackweckerl herhalten. Doch wenn man beim Essen kurz die Augen schließt und einen Bissen macht, der verschiedenen Textur von Brot und Wurst nachspürt und einmal tief einatmet (nicht verschlucken bitte!), dann kommen die Erinnerungen an die Stände, den Schnee, das Spielzeug, die Christbaumkugeln wieder, ja der ganze Christkindelmarkt ist für einen kurzen Moment wieder da. Dass es sich vor zwei Tagen endlich entschlossen hat doch noch ein wenig zu schneien, etwas, was im gesamten Dezember nicht passierte, macht den kleinen Schuss verspäteten Adventgefühls noch schöner. Man kann sich fast einbilden man warte noch auf Weihnachten.
Doch nun auf zur Zubereitung. Alles beginnt mit ...
... richtig mit dem Händewaschen. Bitte Leute: wo auch immer ihr seid, was auch immer ihr macht, welches Gericht ihr auch zu bereitet, haltet eure Küche sauber und wascht euch die Hände. Es tut nicht weh und alle, für die ihr jemals kocht, werden es euch danken.
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| Die Zutaten: Weckerl, Würste, Zwiebel, Senf |
Die Zutaten sind so wenige wie einfach: Brötchen (hier noch nicht aufgebacken), Würste, Senf und, falls man es mag, Zwiebel. Meine Lieblingsehefrau behauptet, dass in Nürnberg keine Zwiebel drin waren, in meiner Erinnerung schon. Jedenfalls will ich welche, vielleicht ist da ja bei mir der Wunsch Vater der Erinnerung. Auch egal.

Die Weckerl aufzubacken schafft jeder, sollte man eigentlich meinen. Steht ja schließlich auf der Verpackung wie es geht. Auch dabei habe ich aber schon abenteuerliches gesehen bis hin zu der forschen Verdopplung der Backzeit was in einer
extrem knusprigen Kruste endete. Kleiner Tipp: die ungebackenen Weckerl kurz bevor man sie in den Ofen gibt außen nass machen. Man kann sie ruhig kurz unter den Wasserhahn halten. Das funktioniert noch besser als eine Schale Wasser im Ofen.
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Solarium für Würste, hier nach
circa fünf Minuten |
Ich habe mich entschlossen die Würste auch im Ofen zu mache. Bei 250°C sollten sie etwa zehn Minuten brauchen. Würden sie auch, wenn ich nicht nebenbei tippen würde. So waren sie halt etwas länger im Ofen, was ihnen aber auch nicht geschadet hat.
Nun bitte ich mich zu entschuldigen, ich habe noch einen kurzen Ausflug nach Nürnberg vor.
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| Die fertigen Brötchen - Mahlzeit |
Fußnoten:
[1] Senf und Deutschland/Österreich ist auch so eine eigene Sache. Der, vermute ich, meistverkaufte Senf in Österreich ist Estragonsenf, gleich gefolgt vom Kremser. Ich habe schon bittere Beschwerden von in Österreich ansässigen Deutschen gehört, dass sie hier keinen vernünftigen Senf bekommen. Das ist nun einmal der hiesige Geschmack, so scheint es. In meinen Jahren in Deutschland habe ich ein einziges mal eine Tube Senf ergattert, die der Köstlichkeit des hiesigen Estragonsenfs nahe kam und das war, nach meiner Erinnerung, ein "Würstelsenf" dessen Hersteller ich mir leider nicht gemerkt habe.
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